3. August - 31. August 2007:
   


NIEMALS SCHEITERN! curated by Francis Hunger

with Ronnie Bass, David Buob & Susan Schmidt, Greif & Hennig, Janne Lehtinen, Claudia Lindner, Bea Meyer

Eröffnung: Freitag, 3. August 2007, 18.00- 22.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 3. August - 31. August 2007

greif & hennig

english version below

NIEMALS SCHEITERN! bringt künstlerische Positionen miteinander in Kommunikation, die sich mit den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Scheiterns auseinandersetzen. Die teilnehmenden KünstlerInnen untersuchen diese Möglichkeiten indem sie sich entweder konkret auf Personen und deren soziale Situation beziehen oder indem das Gegensatzpaar aus Scheitern und Niemals Scheitern! formell in der Arbeit angelegt ist. Der Titel der Ausstellung „Niemals Scheitern!“ setzt eine inhaltliche Klammer, die darauf verweist, dass in der aktuellen gesellschaftlichen Realität Scheitern keine Option ist und wohl kaum eine Chance. Die Ausstellung vereint die Arbeiten von jungen Künstler/Innen, die mit frischem Esprit verschiedenste Medien künstlerischen Ausdrucks benutzen.

Claudia Lindner dokumentiert in der Serie „Young Cocks“ aufgetakelte junge Männer, deren äußere Hülle viel versprechend ist und von der Künstlerin als Panzer gegen die Realität sozialer Benachteiligung interpretiert wird.

Ronnie Bass erfindet in „Our Land“ eine Chipfabrik in der Wüste und erzählt deren Erfolgsgeschichte in einer charmanten, keineswegs um Perfektion bemühten Videoarbeit, deren Kulissen ihren potemkinschen Charakter kaum verleugnen können.

Greif & Hennig stellen die Frage, warum der Hoffnungsschimmer niemals zu arbeiten müssen, umgeschlagen ist in niemals scheitern zu dürfen. Die Künstler adaptieren ihre Videoarbeit "Ne travaillez jamais" und erweitern sie zu einer Installation. Was ist passiert oder ist eben nicht passiert, dass aus "ne travaillez jamais", "n'échouez jamais" werden konnte?

Bea Meyers Vorhang enthält die eingestickten Worte: „Ich bin mir sicher!“, eine Behauptung und Selbstbehauptung, die formell vergleichsweise fragil argumentiert und damit auch die Fragilität der eingestickten Aussage unterstreicht.

Janne Lehtinen schnallt sich Fluggeräte, mit denen jeglicher Flugversuch von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, auf den Rücken. In den vor Romantik strotzenden Landschaften Finnlands bleibt Lehtinen – dessen Vater Segelflieger war – auf dem Boden der Tatsachen, die er mit fotografischen Mitteln schafft.

Susan Schmidt und David Buob verbringen einen Tag am Meer, oder auch ein ganzes Leben. Die erhoffte Vision erhalten sie in ihrem Video „Dad’s Cellar“ nicht, stattdessen ein Stück Schokolade.

niemals scheitern janne lethinen
Janne Lehtinen
Balloons, 2003, from the series "Sacred Bird"
lambda print 101 x 137 cm
Edition 2/5

niemals scheitern Susan Schmidt & David Buob Dad’s Cellar
Susan Schmidt & David Buob
Dad’s Cellar, 2006
Videoprojektion
(6:43 min, variable)

niemals scheitern greif & hennig
Greif & Hennig
o.T. (Theorie & Praxis), 2007
C-Print, 20 x 30 cm, Edition 3+2

niemals scheitern greif & hennig
Greif & Hennig
Installationsansicht NIEMALS SCHEITERN!
N’ÉCHOUEZ JAMAIS, 2007, Mdf, Inkjet, Papier, Leuchtschrift, 273 x 453 cm
Video: Ne travaillez jamais, 2005, 60 min, mini-dv auf DVD, Edition 3
Theorie und Paxis III, Lambda-Print, gerahmt mit Theorie und Praxis, 2005

niemals scheitern ronnie bass ou land
Ronnie Bass
Our Land, 2006, Edition 3
Video, (11 min, variable Maße)

niemals scheitern bea meyer
Bea Meyer
Das wird bestimmt gut / Ich schaff das schon
aus der Serie: Ich habe jetzt auch gar keine Angst mehr
Text auf Lutrasil genäht, 98 x 153 cm

niemals scheitern bea meyer
Bea Meyer
Ich bin mir sicher, 2002, Detail
mit Text bestickter Vorhang, 218 x 54 cm

niemals scheitern claudia lindner
Claudia Lindner
Young Cocks, 2007
Installationsansicht

english press release

NIEMALS SCHEITERN! (NEVER FAILURE!) brings together artwork confronting fears of failure.  The participating artists examine the polarity between making art about the inevitability of failure with the ethos of never failing. The title refers to the idea that in our current social reality failure is not an option, especially not for emerging artists, and represents a contrast to previous philosophies concentrated on the sanctity of an artist’s ideas, immune to failure, rather than their actual production.  The exhibition unites the work of young artists who use diverse media and techniques, tackling this topic with a fresh spirit. 

Claudia Lindner photographed tarted-up youths whose image combats age and social disadvantage in the series “Young Cocks.”

Ronnie Bass invents a chip factory in the desert in "Our country" and tells the history of their successes in this charming video. By no means endeavoring towards perfection, the factory never escapes the hollowness of a Hollywood set. 

Greif & Hennig beg us to question how society allowed the philosophy of never working to transform into the necessity of never failing. The artists adapt their video work "Ne travaillez jamais," which alludes to Guy Debord’s Situationalist International philosophy of the artist never working, and extend it into an installation. What happened to the art world that "ne travaillez jamais" (never work) could become "n'échouez jamais" (never fail)?

Bea Meyer’s fabric panels contain the embroidered words: "I’m sure!" a simple statement and a strong description of character undermined by the comparative fragility of her medium.

Janne Lehtinen, the son of a renowned glider pilot, attempts in his photographs to leave the ground behind by concocting numerous flying contraptions.  Lehtinen is nevertheless destined to fail in his fight with gravity, and captures an image of a tragic comic figure.

Susan Schmidt and David Buob spend a lifetime at sea in their video “Dad’s Cellar.”  Instead of the vision they had hoped for, all the video delivers them is a piece of chocolate.